marlene schulz

¿kennst du das?


du bist da in etwas geraten, womit du gar nicht gerechnet hast. nicht, dass du alles vorher berechnet haben wolltest, doch völlig unerwartet dreht sich eine situation. erst bist du noch ganz hoffnungsfroh, sogar neugierig, gespannt, auch offen, tatendrang ist mit dabei, und plötzlich beginnt eine schieflage, die du erst nur ganz subtil wahrnimmst, machst dir nicht wirklich groß gedanken, hast lediglich das gefühl, da passt jetzt etwas nicht ganz zusammen, suchst nach erklärung, entschuldigst, verzeihst, und kaum hast du verziehen, eigentlich hast du noch gar nicht verziehen, da kommt das nächste ins rollen, wieder etwas, das dieses eigenartige gefühl auslöst, da stimmt etwas nicht. jetzt bist du schon gewarnt, deine aufmerksamkeit ist gespitzt, suchst wieder nach erklärung, wägst ab, ob verzeihen möglich ist, akzeptanz, ringst mit dir, forderst deine toleranz heraus.
schläfst drüber, merkst, so leicht vergessen geht nicht, und dann kommt noch etwas dazu. und noch etwas. und noch etwas. du suchst nicht mehr nach erklärung, die grenze zum verzeihen ist überschritten, deine toleranz wird gedehnt, sogar überspannt, du beginnst auf das nächste missgeschick zu warten, es kommt, mehr als du für möglich gehalten hattest, du fragst andere, willst ihre wahrnehmung hören, abgleichen, dein erleben mit dem der anderen, hoffst noch, vielleicht hast du etwas übersehen, und da, plötzlich, kommt bestärkung, winkt verlockung, läufst gefahr dich festzufahren, lässt dich verführen, spielst mit, lässt dich aus, wirst verstanden, verstehst selbst, spitzt zu, beißt dich fest, bist jetzt gefangen, regst dich auf, dein herz schlägt schnell und schneller, kannst dein denken daran nicht abschütteln, nicht mehr, bist angefasst, wirst reingezogen, immer weiter, das hört nicht auf, geht weiter von selbst, kommst nicht raus, im gegenteil, gerätst noch weiter rein, fühlst dich blockiert, kannst keinen klaren, keinen anderen gedanken fassen, bist vollkommen verstrickt, wie gefesselt, verwoben, kein entrinnen, kommst nur raus, ein bisschen raus, mit abstand, bis du denkst, du schüttelst es jetzt ab.
da, plötzlich, völlig unerwartet, holt dich alles wieder ein, ein kleines ereignis, für sich nicht nennenswert, als ganzes genommen der tropfen, den es gebraucht hat, da läuft es über, das limit ist überschritten, kannst dich nicht mehr halten, kennst dich selbst nicht wieder, lässt raus, lässt alles raus, hältst nichts im verborgenen, bist ohne gnade, galoppierst, verlierst die zügel, reitest weiter, geradeaus durch, reitest dich rein, verlierst dich, hast kein gespür, nur dafür, dass es raus will, raus muss. du kannst nicht anders, alles muss gesagt werden, gehst über grenzen.
und dann im licht, bei tag betrachtet, liegt da dieser berg von schutt.

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