marlene schulz

Wo


Liebster.
Wo, sag‘, wo?
So antworte doch.
Wo bist du nur?
Lässt mich allein in meinem Schmerz.
Ich kann nicht sein. Und will nicht. Ohne dich.
Abgeschnitten. Mein Arm, ein Bein, der halbe Kopf, so fühl’ ich mich. 
Du fehlst.
Mein Schreien ist ein Flüstern nur. Ein Krächzen.
Hab’ keine Stimme mehr.
So oft hab’ ich gerufen deinen Namen.
Du bist fort, für immer fort.
Wie soll ich nur am Leben bleiben, hier an diesem Ort?
Mein Lebenssaft entrinnt. Ich kann nicht mehr. 
Bin kraftlos, müde, ganz allein.
Mein Schreien – hörst du’s nicht?
Ich schreie laut nach dir und dir und dir.
Doch: Nur mein Echo kommt zurück von kahler Wand.
Ganz kalt. Und grau. Und leer.
So leer der Raum, so leer mein Haus.
Mein Herz.
Ich bin allein.
Allein mit meinem Schmerz.

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